Als ich mir am Sonntag mein Fahrrad schnappte, um ein bisschen an die frische Luft zu kommen und im Wald ein paar Fotos zu knipsen, ahnte ich noch nicht, dass ich dort auf einen wunderschönen Mesopotamischen Damhirsch, einen dankbaren Elch und einige scheue Vietnam-Sikahirsche treffen würde. Dass der Ort, den ich anpeilte ein Tierpark ist, wusste ich zwar, rechnete aber trotzdem nicht mit den folgenden Begegnungen.
Es ist ein tolles Gefühl, Tiere zu beobachten, ihnen gegenüber zu stehen und vielleicht sogar in die Augen zu sehen. Kein Wunder, dass Zoos und Wildparks ständig so viele schaulustige Spaziergänger, Hobbyfotografen und Familien anziehen. Besonders für Kinder ist der Besuch einer solchen Anlage ein spannendes und lehrreiches Erlebnis. Ich fand all die Gehegebewohner jedenfalls schon immer sehr faszinierend.
Nun lebe ich aber seit einem halben Jahr vegan (bis auf kleinere "Unfälle") und es stellte sich mir die Frage: Wozu das Ganze?
In besagtem Tierpark scheint es den teilweise hoch bedrohten Huftieren gut zu gehen, sie scheinen sich wohl zu fühlen und werden von engagierten Pflegern betreut. Allerdings zählt Deutschland in den meisten Fällen nicht zu ihren Herkunftsgebieten, stattdessen kommen sie aus dem Iran oder Südost-China und Nordvietnam. Artenschutz sollte unterstützt werden (immerhin ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Menschen zur Gefährdung beitragen, also sollten sie wohl auch versuchen, sie zu verringern). Wäre es jedoch nicht möglich, den aussterbenden Spezies in ihrer natürlichen Umgebung zur Seite zu stehen? Vielleicht würde es auch schon reichen, damit aufzuhören, den Regenwald systematisch abzuholzen, Atommüll zu verbuddeln und massenhaft Treibhausgase auszustoßen.
So heiß und innig ich den Dresdner Zoo während meiner Kindheit geliebt habe, muss ich nun zugeben, dass es eigentlich mehr als unnötig ist, exotische Tiere hierher zu holen, damit wir uns an
depressiven und
verhaltensgestörten Eisbären stattsehen können.
Was haltet ihr von Zoos und Tierparks?








